Begeisternd

Test ELAC Active Monitor AM 150

Publiziert am 22. November 2010 - Christian Hunziker
Aktive Lautsprecher, also Lautsprecherboxen mit integriertem (und somit optimiertem) Endverstärker sind im Consumer-Preissegment eher selten. Umsomehr war ich skeptisch-gespannt auf die «kompakten, aktiven Desktop-Monitore», die ich zum Test erhalten sollte.

Erster Eindruck

Edles Äusseres: Der Elac AM-150 gibt es in schwarz oder weiss - seidenglanz lackiert
Produkte der Firma ELAC kenne ich schon seit meinen Studentenjahren, als ich meine ersten Audiosporen im Radiostudio Bern abverdiente. Kein Wunder, wurde die Firma doch 1926 gegründet. So hatte ich denn auch ein gewisses Vorurteil in Richtung «altehrwürdig konservativ».
Zudem erwartete ich ein eher leichtes Paket, da es sich ja um «Desktop Monitörchen» handeln sollte, ideal auch als Computerlautsprecher.

Meine Vorurteil behafteten Erwartungen durfte ich schnell revidieren, als ich die schmucken Boxen dem über 18 kg schweren Paket entnahm: Die vorbildlich gefertigten AM 150 - mein Testpaar in weissem Seidenglanzlack - liessen mein Testerherz sofort höher schlagen.

Ausstattung

Geliefert werden die AM 150 mit je einem Netzkabel, zwei mono
Cinch-Kabel und einem Adapterkabel (Stereo-Miniklinke auf 2
Cinchbuchsen). Ein Blick auf die Anschlusseite zeigt jedoch, dass die
ELAC Boxen enorm vielseitig eingesetzt werden können.

Alle Anschlüsse sowie der Netzschalter befinden sich auf der Rückseite.

Analoge Eingänge gibt's symmetrisch als XLR und Klinke, sowie asymmetrisch als Cinch. Und dazu kommen noch digitale Eingänge sowohl im AES/EBU als auch im S/PDIF Format. Da der digitale Datenstrom beide Stereokanäle umfasst, muss man mit einem Schiebeschalter den wiederzugebenden Kanal wählen. Eine S/PDIF thru Buchse ermöglicht die Weiterführung des digitalen Stereosignals zur zweiten Box.

Mit einem Schiebeschalter wählt man den analogen oder digitalen Eingang. Gleich daneben finden wir den Gesamtlautstärkeregler.

Nun folgen noch drei Wahlschalter für Klanganpassungen, die abhängig von der Aufstellung der Boxen sowie dem persönlichen Geschmack eingestellt werden können: Mit dem Shelving Filter «Acoustic Space» kann man den Bassbereich -2dB oder -4dB absenken, «HF Trim» beeinflusst die Höhen um ±2dB während der «LF Cutoff» Schalter alle Frequenzen unterhalb 80 Hz resp. 100 Hz absenkt.

Weiter unten findet man die abgesicherte Netzkabelbuchse und den Netzspannungswahlschalter, sowie den Netzschalter (die detaillierten technischen Daten und Abmessungen sind am Schluss dieses Berichts aufgeführt).

Soundtest

Mein erster Versuch wurde durch die Bedienungsanleitung motiviert. Dort wird als erstes ein MP3-Player erwähnt. Also verbinde ich mit dem beiliegenden Miniklinken-Cinch-Kabel (wie empfohlen!) den Kopfhörerausgang meines SanDisk MP3-Players mit den AM 150 … und bin begeistert: Unglaublich, was aus diesen relativ kleinen Boxen rauskommt, wie gut MP3 klingen kann!

Sauber konstruiert: Das Kühlgitter oben und die Bassreflexöffnung unten.
Nun will ich's aber genauer wissen und nehme mir Zeit, alle Einstellungen zu optimieren und die AM 150 neben meinen grossen Lieblingsmonitoren zu installieren. Um einen fairen Vergleich zu erzielen, werden beide Boxenpaare über dasselbe Mischpult bedient - symmetrisch. Resultat: Es ist absolut erstaunlich, wie nahe die ELAC Monitörchen klanglich an meine Referenzboxen kommen, sogar im Bassbereich. Natürlich ist immer noch ein klarer Unterschied da: Die AM 150 sind etwas weniger «brutal» in den Höhen und etwas weniger «bauchig» im Bass, doch je nach Musikart werden die kleinen den grossen (auch von gleich für den Hörtest eingespannten Gästen) sogar vorgezogen.

Interessant war dann noch der Digitaltest: Angeschlossen über den Digitalausgang einer guten Soundkarte klingen die AM 150 etwas weicher, etwas mittiger, jedoch immer noch hervorragend.

So gute Lautsprecher wollen auch über längere Zeit getestet werden. Dass weder bei Hintergrundsberieselung noch bei intensivem Langhören Ermüdungserscheinungen auftraten, spricht zusätzlich für den ausgeglichen Frequenzgang.

Bedienung

Natürlich findet man in jedem noch so guten Produkt zumindest Kleinigkeiten, die verbesserungswürdig wären: Der Netzschalter auf der Rückseite der Boxen ist so eine. Klar kann man die AM 150 auch über eine schaltbare Netzschiene ein- und ausschalten. Eleganter wäre es jedoch, wenn z.B. ein Relais die Boxen automatisch vom Netz trennt, wenn während einer gewissen Zeit kein Signal vorhanden ist, die Boxen dann wiederum aktiviert, sobald ein Audiosignal eintrifft, wie dies bei (allerdings wesentlich teureren) Mitbewerbern der Fall ist.

Und wenn ich schon beim Wünschen bin: Da diverse Computer mit einem optischen digitalen Ausgang ausgestattet sind, wäre ein solcher Eingang an den AM-150 natürlich auch enorm praktisch.

Fazit

Die AM 150 von ELAC haben mich völlig überzeugt und begeistert. Sowohl als Computer/MP3-Player Klangwunder, als auch als NF-Monitore im Heimstudio sind sie absolut empfehlenswert und weisen erst noch ein hervorragendes Preis-Leitungsverhältnis auf. Verarbeitung, Leistung und Sound sind im perfekten Einklang – was will man mehr.
STECKBRIEF
Modell:
AM-150
Profil:
Monitorlautsprecher mit integrierter Endstufe und vielseitigen analogen sowie digitalen Eingängen.
Pro:
sorgfältige Fertigung;ausgeglichenes Klangbild;vielseitig einsetzbar;gutes Preis-Leistungsverhältnis
Contra:
eigentlich nichts
Preis:
950.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2010
Vertrieb:
Masse:
195 x 290 x 280 mm
Gewicht:
7.6 kg
Farbe:
weiss oder schwarz

Onlinelink:
http://www.avguide.ch/testbericht/begeisternd-test-elac-active-monitor-am-150