Raumfüller

Test Philips HTS9140 Soundbar

Publiziert am 30. August 2010 - Christian Hunziker

Blu-Ray Filme mit Kino-Sound ohne die vielen Lautsprecher und entsprechendes Kabelgewirr? Die Soundbar von Philips könnte dieses Problem lösen.

Nein, die eierlegende Wollmilchsau lassen wir unerwähnt ... aber ein Multitalent ist die HTS9140 Soundbar von Philips zweifellos. Und bei dieser Vielseitigkeit ist es schwierig, den richtigen Einstieg zu finden. Versuchen wirs einfach der Reihe nach.

Ankunft

Multitalent - Die Philips Soundbar HTS9140 soll alles vereinen, was es für den grossen Kinogenuss zuhause braucht.
Mit Schweissperlen auf der Stirn lieferte mir mein Pöstler das Sperrgutpaket, das mein Testobjekt enthielt. Und dass dieses Objekt, das eigentlich aus drei grösseren Teilen besteht, in einer einzigen, klobigen Schachtel verpackt ist, machte auch mir etwas zu schaffen. Zwar sind die einzelnen Teile gar nicht so schwer: Die eigentliche, beinahe ein Meter breite Soundbar wiegt knappe sieben Kilogramm, der Subwoofer sechs und die mitgelieferte Wandhalterung rund ein Kilogramm. Daneben gibt es nur noch eine Schachtel mit der Fernbedienung (inkl. Batterien), einer Schnellstartbroschüre, dem 13-sprachigen Handbuch und vier Kabeln: Netz, HDMI, MP3 Link (Stereo-Miniklinke auf Stereo-Miniklinke) und die UKW-Wurfantenne sowie viel Eierkarton ähnliches Füllmaterial. Für meinen Wohnzimmertest transportierte ich die einzelnen Teile also separat.

Installation

Mit der QuickStart Broschüre geht die Grund-Installation problemlos über die Bühne: Alle Anschlüsse befinden sich unter zwei (etwas fragil anmutenden) Kunststoffklappen auf der Rückseite: Subwoofer und UKW Antenne einstecken, den Fernseher mit der Soundbar via HDMI-Kabel verbinden, Netzverbindung herstellen - fertig. Um den TV-Ton über die Soundbar geniessen zu können, muss man zusätzlich noch den Audioausgang der Fernsehers entweder digital (optical oder coax) oder analog (keine entsprechenden Kabel im Lieferumfang!) mit dem Aux Eingang der Soundbar verbinden. Da sich die Anschlussbuchsen für den MP3 Player auf der rechten Seite befinden (MP3 Link und USB), braucht man die Rückseite nur noch zu bemühen, wenn man ein optionales Dock für iPod/iPhone und/oder den ebenfalls optionalen Philips WiFi Adapter verwenden will.

Los gehts

Auf der Oberseite befindet sich der Ladeschlitz und einige Bedienelemente

An die unerwartet langen Startzeiten digitaler Geräte habe ich mich immer noch nicht gewöhnt, auch wenn 14 Sekunden keine Ewigkeit sind - so lange dauert es, bis die Soundbar aktiviert ist (länger als mein altes Röhrenradio). Zudem stört mich, dass ich aus drei Meter Distanz nicht sicher wissen kann, ob ich die Soundbar mit der Fernbedienung wirklich eingeschaltet habe: Das Frontdisplay ist vom Sofa aus nicht entzifferbar und wann respektive wie lange das schöne, blaue «AmbiLight» auf der unteren Frontmitte leuchtet, weiss ich bis heute noch nicht. Nach dem ersten Start sollte man den Ambisound optimieren, das heisst den persönlichen Raumverhältnissen anpassen, was im Einstellungsmenü recht flott geht, jedoch (verglichen mit Einmessmethoden echter Surroundsysteme) den wirklichen Raumeigenschaften nur rudimentär gerecht wird.

Dann endlich schiebe ich eine Blu-ray Disc in den Schlitz auf der Oberseite (irgendwie traue ich diesen «Scheibenfressern» nach etlichen schlechten Erfahrungen immer noch nicht ganz), und nach der üblichen Lade-Wartezeit (ca. 30 Sekunden für eine BD) komme ich in den Genuss von hervorragendem Bild- und raumfüllenden Tonmaterial.

Klang

Der Subwoofer ist sauber gefertigt und verleiht dem Gesamtsound das gewisse Etwas

Selbstverständlich ist die Klangqualität in erster Linie abhängig von der Originalquelle. Die Philips Soundbar peppt aber vorhandenen Sound wesentlich auf. Vor allem bei Filmen ab BD und DVD glänzt die HTS9140. Leider sind Feineinstellungen für den Fernsehsound und die übrigen Quellen relativ begrenzt und recht umständlich über das nur aus der Nähe lesbare Frontdisplay möglich.

Der sauber gefertigte, mit schwarzem Klavierlack veredelte Subwoofer verleiht jeglichem Audiomaterial den «fühlbaren» Kick, wobei dieser Kick vor allem bei Spielfilmen zum Tragen kommt. Für reinen Musikgenuss zum Beispiel ab CD verfälschte diese Basslastigkeit den Gesamtklang für meinen Geschmack zu stark. Ideal wäre hier eine separate «Schnellanpassung» des Subwooferanteils. Und: Dem direkten Vergleich mit einem Mittelkasse 5.1 System hält die Soundbar klanglich nicht Stand.

Bedienung

Die Play, Pause, Stop und Auswurf-Funktionen des Blu-Ray Spielers sowie Lautstärke und Eingangswahl sind auch auf der Geräteoberseite als beleuchtete Touch-Sensoren vorhanden. Alle übrigen Einstellungen müssen am Fernseher über die eigenwillig gestaltete Fernbedienung erfolgen. Diese liegt gut in der Hand und verfügt über ein leicht «erfühlbares» Navigationskreuz. Eine echte Erleichterung wäre die Integration eines kleinen Displays, das anzeigt, was man verändert.

Echt vielseitig

Die Buchsen für Audio, die FM-Antenne sowie den Subwoofer sind unter der rechten Klappe zu finden
Das eingangs erwähnte Multitalent sei hier noch im Einzelnen erklärt: Neben den bereits erwähnten Möglichkeiten bietet die HTS9140 einen integrierten UKW Tuner, der beim ersten Aufrufen einen sorgfältigen Sendersuchlauf startet, die seitlich leicht zugängliche USB-Buchse zur Wiedergabe von Video-, Audio- und Bildmaterial von einem USB-Datenträger, eine gleich darüber angebrachte MP3-Link Audioeingangsbuchse (Miniklinken-Verbindungskabel im Lieferumfang) und die Möglichkeit, direkt auf einen PC und/oder aufs Internet zuzugreifen (via Ethernetkabel und/oder optionalem WiFi Dongle). Für die vielen Besitzer von iPhones/iPods bietet Philips separat das «Dock for iPod» an, welches an die bereits vorhandene Buchse angeschlossen werden kann.

Kleinere Einschränkungen

Bei meinen Versuchen stiess ich auf einige Ungereimtheiten: An die Tatsache, dass bei USB-Speicher ausschliesslich Windowsformate (NTFS, FAT16 und FAT32) gelesen werden, habe ich mich gewöhnt, obgleich es nicht ganz logisch erscheint, werden doch iPods und iPhones unterstützt. Ebenso unlogisch scheint mir, dass in einem Gerät, das Blu-Ray Scheiben abspielt, Video- und Audioformate, die zum Blu-Ray Format gehören, ab USB-Speicher nicht erkannt werden. Diese Einschränkungen dürften für die meisten «Normalanwender» keine Rolle spielen, aber als Tester sollte ich die Geräte ja möglichst vollständig ausloten. Und so muss ich denn auch noch erwähnen, dass die Philips Soundbar nicht Code frei ist, das heisst meine in den USA erworbenen DVDs nicht abspielt.

Fazit

Die multitalentierte, netzwerkfähige Philips Ambientsound Soundbar HTS9140 mit integriertem Blu-Ray/DVD/CD-Spieler, UKW-Receiver, MP3-Link und USB-Anschluss sieht schmuck aus und erzeugt guten Raumklang ohne grosse Installation. Sie ist vielseitig einsetzbar und bietet kompletten Internetzugang (nicht nur ein paar wenige URLs). Einen Stolperstein auf dem Weg zum Kaufentscheid sehe ich im doch recht stolzen Preis.
STECKBRIEF
Modell:
Soundbar HTS9140
Profil:
Vielseitiger Ambientsound-Erzeuger mit Blu-Ray Player, FM-Radio u.a., mit Subwoofer
Pro:
edles Design;Raum füllender Klang;problemlose Installation
Contra:
Bedienung teilweise etwas umständlich ;eingeschränkte Formatkompatibilität ;Frontdisplay zu klein;Preis
Preis:
1'999.00 CHF
Hersteller:
Jahrgang:
2010
Vertrieb:
Masse:
955 x 155 x 96 mm
Gewicht:
12.6 kg
Farbe:
Silber
Audioformate:
.mp3, .wma, .wav
Digital Output:
Optisch und koaxial
Leistungsaufnahme:
115 W
Maximale Leistung:
500 Watt
Schnittstelle:
USB 2.0
Video Out:
HDMI, Component
Videoformate:
.avi, .divx, .mkv, .wmv, .jpg, .gif, .png

Onlinelink:
http://www.avguide.ch/testbericht/raumfueller-test-philips-hts9140-soundbar