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Contour Design ShuttleXpress

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Erste Erfahrungen
Zweite Erfahrungen
Einwände
Fazit

Arbeitserleichterer oder Gadget?

Die Älteren unter uns mögen sich noch daran erinnern einen "mauslosen" Computer z.B. den Commodore 64 verwendet zu haben. Doch schon mit dem Atari war die Maus ein nicht mehr wegzudenkendes Bestandteil. "Erfunden" wurde die Maus ja bekanntlich von Apple, und trotz vieler neuer und andersartiger, z.T. sicher origineller Eingabehilfen (Trackball, Touchpad, Ministick u.v.a.) bleibt die Maus (neben der Tastatur) immer noch der treuste Begleiter des Computeranwenders.

Ein enormer Schritt vorwärts war die Einführung der optischen Maus. Verwende ich heute wieder mal eine (knapp drei Jahre) alte original MacMaus, finde ich den Unterschied frappant. Und wieso Apple immer noch keine "Wheelmaus" anbietet, verstehe ich effektiv nicht, denn ich vermisse diese Bequemlichkeit jedesmal, wenn ich an einem fremden Mac sitze.

Shuttle Wheelers

Und nun überfluten die Shuttle-Räder den Markt. Doch gibt es wirklich mit den Shuttlerad-Produkten einen Fortschritt, der unsere Produktivität steigert, bequemeres und somit schneller Arbeiten ermöglicht? Das fragte ich mich, als ich den ShuttleXpress für einen Test anforderte.

Die U.S.Firma Contour Design wurde bekannt durch den ShuttlePro, einem Eingabegerät mit Shuttlerad, Endlos-Datarad und 12 programmierbaren Tasten. Der ShuttlePro, der eben in einer neuen verbesserten Version (V2) angekündigt wurde, 15 Tasten besitzt und nun auch Makros verarbeiten kann, war schon einige Zeit erfolgreich auf dem Markt, als die Firma die hier besprochene, abgespeckte Version lancierte.

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Was es ist

Der ShuttleXpress sieht aus wie ein MiniUFO. Im Zentrum befindet sich das Shuttle- und das endlos Eingaberad; darum herum sind im Halbkreis 5 Taster plaziert. Jeder dieser Taster sowie die beiden Räder können im entsprechenden Kontrollfeld mit vorgegebenen Funktionen belegt werden.

Im Kontrollfeld (hier Mac OS 9) kann man sämtliche Aktionen des ShuttleXpress den eigenen Bedürfnissen anpassen. Die Möglichkeiten beim Xpress sind allerdings etwas eingeschränkt.

Was es nicht ist

Der ShuttleXpress ist KEIN Mausersatz. Deshalb empfiehlt es sich, die Maus rechts, die Tastatur in der Mitte und den ShuttleXpress links aufzustellen.

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Erste Erfahrungen

Zuerst installierte ich den ShuttleXpress rechts neben der Maus und wechselte ständig zwischen den beiden Eingabegeräten hin und her – ein mühsames Unterfangen. Nachdem ich den ShuttleXpress links plaziert hatte, konnte ich mich schon eher damit anfreunden, doch das "Hallelujahgefühl" blieb nach wie vor aus – zu sehr hatte ich mich an die gemeinsame Verwendung von Tastatur und Maus gewöhnt; ein weiteres Eingabegerät erleichterte meine Arbeit nicht, wie mir schien, sondern erschwerte sie eher.

Natürlich benötigt man für alles eine Eingewöhnungsphase, doch beim ShuttleXpress war (zumindest für mich) diese Phase wesentlich länger als z.B. bei der Maus mit Rad und rechter Taste.

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Zweite Erfahrungen

Es gibt Programme, die von einem Shuttlerad profitieren können: Videobearbeitungs- (z.B. FCP oder iMovie) oder Audioprogramme (z.B. Logic) gehören sicherlich dazu. Mit dem Shuttlerad ist es nach einer Gewöhnungszeit elegant und einfach, eine bestimmte Stelle auf der Timeline genau anzufahren.

Und während ich dies schreibe kann ich in Word mit dem Shuttlerad vorwärts und rückwärts durch meinen Text scrollen – allerdings kann ich das mit der Radmaus ebenfalls.

Da die Maus durch den ShuttleXpress nicht ersetzt wird, ist die richtige Einsatzseite links von der Tastatur.

Die 5 programmierbaren Tasten sind gut angeordnet (für jeden Finger eine) und dank der Vertiefungen auch leicht erfühlbar.

Die Factory Presets für die diversen Programme haben mich nicht in jedem Fall überzeugt, doch ist ein Umprogrammieren ja wirklich enorm einfach.

Positiv zu vermerken ist jedoch auf jeden Fall: Der SuttleXpress ist ein robust gefertigtes Qualitätsprodukt, das sich gut anfühlt und jede Eingabe verarbeitet.

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Einwände

Die Programmierbarkeit des ShuttleXpress ist recht limitiert. Wenn ich da an die Möglichkeiten der Software "QuicKeys" denke, mit der wohl jede erdenkliche Abkürzung mit einer Tastaturkombination erledigt werden kann …

Auf der Suche nach idealen Abkürzungen im Logic lernte ich auch wiederum für mich neue, schon in den Tastaturbefehlen des Logic Audio integrierte Tastenkombinationen kennen – die ich jedoch gerade so gut auf der Tastatur oder im Fall Logic auch auf der MIDI-Tastatur aktivieren kann.

Da der ShuttleXpress keinen Mausersatz darstellt (Contourdesign hat mir auf meine Anfrage hin mitgeteilt, dass auch in Zukunft kein Minitrackball in eines ihrer Shuttleprodukte eingebaut werden soll), erscheint mir der Wechsel zwischen Tastatur und ShuttleXpress immer noch eher mühsam und Arbeitsfluss unterbrechend und nicht fördernd.

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Fazit

Auch wenn sich meine Begeisterung für den ShuttleXpress in Grenzen hält, heisst dies noch lange nicht, dass meine persönliche Präferenz für alle Anwender gelten muss. Schliesslich hat die Firma Contour mit ihrem ShuttlePro einen grossen Erfolg und der ShuttleXpress ist mit seinem Verkaufpreis von 59 Euro verhältnismässig günstig. Er ist stabil und sauber und zuverlässig gebaut und damit weit mehr als ein billiges Gadget. Sagen wir's so: Hat man sich einmal an den Komfort gewöhnt, möchte man ihn wohl nicht mehr missen.

Für mich war jedoch der Sprung zur optischen Radmaus der wesentlich grössere "Gewinn".

Christian Hunziker

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