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SoundSoap von BIAS (für Windows XP und Mac OS 10.2.X)

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Einfach und preiswert
Installation
Versuch 2
Fazit
Die Klangseifensoftware der Firma Bias (www.bias-inc.com) (vgl. Testbericht von Peak) verspricht, jegliche Art von Audiofiles von unerwünschtem Breitbandlärm zu reinigen. Es geht also weniger um die Restaurierung von digitalisierten Vynilplatten, als um das "Auswaschen" von Hintergrundgeräuschen, die dauernd vorhanden sind. Solche Hintergrundgeräusche finden wir oft auf der Audiospur von Videoaufzeichnungen, sei das ein Ventilator, eine Zuschauergeräuschkulisse in Form von Rascheln, Tuscheln usw. Netzbrumm, Rumpeln (Klimaanlage) oder Ähnlichem.

Solche dauernd mehr oder weniger vorhandenen Geräusche beeinträchtigen die Verständlichkeit des Dialogs, sind also unerwünscht, doch können sie oft während der Aufnahme nicht vermieden werden, was natürlich das beste wäre, denn nachträgliche Korrekturen sind in jedem Fall die schlechtere Lösung.

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Einfach und preiswert!

Natürlich gibt es schon diverse Software, die ähnliches anbietet, doch ist deren Anwendung in den meisten Fällen recht komplex, will man ein Optimum herausholen. Und im weiteren wurden solche Programme für den Profi geschrieben, der regelmässig damit arbeitet. Gelegenheitsbenutzer müssen jedesmal wieder das Manual hervor klauben, um zu wissen was nun zu tun sei.

Nicht so bei SoundSoap: Die Einstellmöglichkeiten sind auf wenige Handgriffe begrenzt. Doch im Normalfall benötigt man nicht einmal die zwei virtuellen Drehregler, sondern bedient nur die eine Taste "LEARN NOISE".

Dazu kommt, dass mit SoundSoap erstmals eine Software in dieser Sparte unter 100 $ angeboten wird, eine kleine Sensation, wenn sie hält, was sie verspricht.

Was die Schachtel enthält

Geliefert wird SoundSoap als CD in einem mit der Benutzerlizenz bedruckten Briefumschlag. Mit dem Öffnen dieses Umschlags anerkennt man die rechtlichen Vorbehalte. Die CD enthält die Versionen für Windows XP (Home & Professional) und für Mac OS 10.2.x sowie das Manual in PDF Format. Die Lizenz ist jedoch nur für eine Plattform gültig.

Wie bei Bias üblich funktioniert die gekaufte Software während 10 Tagen im Demomode (ohne Einschränkungen). Während dieser Zeit muss man die Software per E-Mail (schnell) oder Post (langsam!) anmelden und erhält dann umgehend den Code zur definitiven Entriegelung. Dieser Code ist jedoch (ich wiederhole!) nur entweder für Windows oder für Mac gültig. Man muss sich also bei der Anmeldung entscheiden, auf welcher Plattform man SoundSoap einsetzen will.

SoundSoap gibt es in zwei Ausführungen: Einerseits als Stand alone Version und anderseits als VST resp. DirectX Plug-in. Hier kann man beide Varianten installieren und benützen. Die Bedienung ist absolut identisch.

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Installation

Dieses Kapitel kann man eigentlich überspringen, denn die Installation war absolut rasant und problemlos auf meinem Mac. Noch am selben Abend sandte ich die Registrierung als E-Mail ab und hatte 5 Minuten später den Code.

Versuch 1

Von einer längst vergriffenen Jazz LP hatte ich eine alte Tonbandaufnahme. Leider hatte ich die LP damals mit einem brummenden Plattenspieler aufgezeichnet und auch die Qualität des Tonbandgeräts sowie des Tonbands liess zu wünschen übrig. Das Resultat war ein andauernder Geräuschteppich bestehend aus Brumm (50Hz), Rumpeln (Plattenspieler), Rauschen (Tonbandgerät) und gelegentlichem Knistern (LP Statik).

Zu Beginn der Aufnahme waren während rund 3 Sekunden nur diese Störgeräusche zu hören, dann setzte das erste Stück ein.

Nachdem ich die Bandaufnahme digitalisiert und abgespeichert hatte, kam SoundSoap zum Zug: Sofort nach dem Betätigen des Playknopfes klickte ich auf LEARN NOISE. Nach kurzer Zeit (etwa 2 Sekunden) hatte SoundSoap das Störgeräusch analysiert und automatisch den Reinigungsmode auf ON umgeschaltet. Das Resultat war verblüffend. Durch Klicken im MODE Bereich zwischen ON, OFF und Noise only konnte ich genau hören, was SoundSoap bewirkte. Da ich wusste, dass ein 50 Hz Netzbrumm vorhanden war, aktivierte ich zusätzlich den entsprechenden Knopf (rechts vom LEARN NOISE Button). Der zusätzliche Gewinn war nicht enorm, da SoundSoap diese Frequenz schon mit LEARN NOISE erkannt und gefiltert hatte. Doch auch REMOVE RUMBLE legte noch einen Qualitätszahn zu.

Was SoundSoap nicht herausfilterte war das gelegentliche Knistern, doch das war zu erwarten, wie ich eingangs erklärte.

Hier zum visuellen Vergleich die selbe Aufnahme "schmutzig" und "geseift".

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Versuch 2

Aus meinem Videoarchiv kramte ich eine 15jährige Schultheateraufführung hervor, deren Audio effektiv "schmutzig" war: Die etwa 300 Zuschauer sorgten für einen dauernden Geräuschteppich, der die Verständlichkeit des wie meistens von Schülern zu leise vorgetragenen Dialogs noch verschlechterte. Ich suchte eine Stelle, in der während mindestens 3 Sekunden nicht gesprochen wurde und wiederholte den oben beschriebenen Vorgang. Das Resultat war diesmal jedoch zu extrem: Die Aufnahme pumpte nun unnatürlich, der Kompressor war deutlich zu hören. Doch da SoundSoap für Audiolaien geschrieben wurde, musste ich mich nicht mit Threshold, Ratios und dergleichen befassen, sondern spielte ein wenig mit den beiden Reglern dem NOISE TUNER und der NOISE REDUCTION, bis mich das Resultat befriedigte. Wiederum war der Geräuschteppich deutlich reduziert worden, der Dialog verständlicher in den Vordergrund gerückt.

Hier zum Vergleich vorher und nachher.

Folgerung

SoundSoap von Bias ist eine erfreuliche Sache: Vor allem Leute mit wenig Geduld und noch weniger Erfahrung mit Equalizern, Kompressoren und anderen Audiogerätschaften, die sich öfter mit problematischen Tonaufnahmen konfrontiert sehen, dürfen aufatmen, denn die einfache Anwendung und das meist gute bis hervorragende Resultat macht den Anschaffungspreis mehr als wett.

Natürlich wäre es schön, wenn SoundSoap noch einen Declicker integriert hätte, doch das ist weder geplant noch beabsichtigt.

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Fazit

Die meisten Tonspuren, die mit Camcordern erstellt werden, enthalten störende Hintergrundgeräusche, die man zwar auch mit diversen anderen Hilfsmitteln unterdrücken könnte – doch SoundSoap erledigt diese mühsame Kleinarbeit elegant und schnell.

Ich versuchte, die oben erwähnten Tonspuren auch mit anderer, weit teurerer Software zu behandeln. Ich erreichte im einen Beispiel nach über zwei Stunden ein etwas besseres Resultat, da ich auch noch einen Click Remover einsetzte, doch sonst kann ich SoundSoap vor allem für den Schnelleinsatz nur gute Noten erteilen – und dies zu einem wirklich hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis.

Christian Hunziker

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