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Styles & Patterns

Ein Buch von Reinhold Pöhnl

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Besitzen Sie ein Yamaha Keyboard wie Tyros oder eines der PSR-Serie, oder gar ein Clavinova der CVP-Serie? Dann wird Ihnen das Buch Styles & Patterns völlig neue Begleitautomatik-Welten eröffnen. Styles & Patterns befasst sich zunächst mit dem grundsätzlichen Aufbau einer Begleitautomatik und sorgt damit für das nötige Wissen um herauszufinden was mit dem elektronischen Bandkollegen machbar ist und was nicht. Weiterhin geht es intensiv auf den Begleitautomatik-Modus AI FINGERED, oder auch FINGERED ADVANCED genannt, ein. Dieser Modus erlaubt es dem Spieler gezielten Einfluss auf den Bass der Begleitautomatik zu nehmen, eine Funktion, die vielen Yamaha-Spielern zwar bekannt ist, aber nicht genutzt wird. Das wird sich mit Sicherheit nach der Lektüre dieses Buchs ändern.

Es sei jetzt schon vorweg genommen, dass dieses Buch nicht nur für Yamaha-Spieler eine Fundgrube ist, sondern auch Besitzer eines Technics-, Roland-, Korg- usw. Keyboards kommen hier auf ihre Kosten. Zwar besitzen die nicht AI FINGERED, aber ähnliche Modi und das Buch ist ein hervorragender Ansporn sich vom MIDI-File-Einheitsgedudel zu verabschieden.

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Der Autor

Reinhold Pöhnl ist sicherlich vielen von Ihnen ein Begriff. Lange Jahre begeisterte er durch seine professionellen Yamaha-Vorführungen viele Musiker und Nicht-Musiker. Nach dieser Zeit zog es ihn in das Land der aufgehenden Sonne, wo er in der Entwicklungsabteilung von Yamaha Einfluss auf die Entwicklung der Begleitautomatik nahm. Somit hat Reinhold als hervorragender Musiker die technische Entwicklung der Begleitautomatik mit geprägt. Wer sonst sollte also so ein Buch schreiben.

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Etwas Theorie

Bevor es ans Eingemachte geht, beschäftigt sich Reinhold Pöhnl mit grundsätzlichen Themen zur Begleitautomatik. Hier geht es zunächst um den grundsätzlichen Aufbau eines Styles wie Intro, Main, Fill und Themen wie der Unterschied zwischen Parts und Tracks. Bereits hier verdeutlichen Notenbeispiele die angesprochenen Themen und nach der Lektüre dieser Kapitel kann man mitreden, wenn es um den Aufbau einer Begleitautomatik geht. Reinhold bezieht sich hier immer auf die Begleitautomatik eines Yamaha-Instruments. Wer ein anderes Produkt sein eigen nennt, kann die Beschreibungen aber leicht auf dieses übertragen, da der grundsätzliche Aufbau der Begleitautomatik von Hersteller zu Hersteller sehr ähnlich ist.

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Bessere Bässe

Nach der eben beschriebenen Einführung wird es dann ernst. Jetzt geht es um Bessere Bässe in der Begleitautomatik. Die Problematik ist klar: Die Begleitautomatik eines Keyboards spielt zunächst immer die im jeweiligen Style programmierten Töne. Möchte man den Bass beeinflussen um z.B. sinnvolle musikalische Übergänge zwischen Akkordwechseln zu schaffen, muss man seine Spielweise umstellen und eine entsprechende Betriebsart der Begleitautomatik wählen. Bei Yamaha Tyros, den neuen PSR-Modellen und den neuen Clavinovas der CVP-Serie nennt sich diese Betriebsart AI FINGERED. Ältere Yamaha Modelle wie PSR-9000 und 9000 Pro nennen diese Betriebsart FINGERED ADVANCED. Nicht-Yamaha Geräte besitzen diese Betriebsart nicht. Allerdings gibt es auch hier Modi, mit denen man den Bass der Begleitautomatik beeinflussen kann.

Eins muss ich an dieser Stelle allerdings vorwegnehmen. Das Buch ist ab hier mit sehr vielen Notenbeispielen versehen, welche auf die Modi der Yamaha Instrumente abgestimmt sind. Nicht-Yamaha-Spieler und auch die, welche Yamaha-Instrumente spielen, die die entsprechenden Betriebsarten nicht anbieten, müssen die Beispiele an die Möglichkeiten des eigenen Keyboards anpassen.

Wie gesagt findet man ab hier eine ganze Menge Notenbeispiele um die Theorie sofort in die Praxis umzusetzen. Dabei verwendet Reinhold Pöhnl bekannte Stücke und zeigt, wie man diese durch interessante Akkordverbindungen besser klingen lassen kann und das Schönste: Der Bass macht genau das, was der Musiker will und schafft die passenden musikalischen Verbindungen zwischen den einzelnen Akkorden. Reinhold hat diesen Bereich fast schon schulmässig aufgebaut und steigert auch den Schwierigkeitsgrad, immer gepaart mit den technischen Grundlagen und noch besser, auch mit den musik-theoretischen Grundlagen.

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Die Parameter

Der dritte und letzte Teil des Buchs befasst sich mit der Styleprogrammierung und gibt wertvolle Tipps um eigene Styles zu erstellen. Obwohl, um der Überschrift dieses Kapitel gerecht zu werden, die einzelnen Parameter der Style-Sektion eines Tyros unter die Lupe genommen werden, wird dennoch nicht das Wissen eines erfahrenen Programmieres vorenthalten. Auch hier findet man viele gute Tipps, die in der Bedienungsanleitung einfach nicht zu finden sind.

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Fazit

Styles & Patterns richtet sich ganz klar an die grosse Familie der Yamaha-Spieler und hier an diese welche AI FINGERED (FINGERED ADVANCED) in ihrem Instrument haben. Es eröffnen sich nach der Lektüre dieses Buchs ganz andere Welten beim Spiel mit der Begleitautomatik. Noch besser: Man muss sich richtig gehend damit beschäftigen und seine bisherige Spieltechnik verfeinern, um in den Genuss zu kommen den Bass der Begleitautomatik zu beeinflussen. Also lernt man nicht nur mehr über sein Instrument, sondern entwickelt sich auch musikalisch weiter. Was will man mehr!

Christian Deinhardt

Styles & Patterns
Die Praxis der Yamaha-Begleitautomatik
1. Auflage 2003, 100 Seiten, DIN A4, Paperback mit Spiralbindung, ISBN: 3-932275-60-8, EUR 19,00

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