video serie

1. Einleitung

In der Welt des Videos (und natürlich auch des Films) spielt der die Bilder begleitende Ton eine mindestens ebenso wichtige Rolle wie das Bild selbst, auch wenn das im ersten Moment nicht so offensichtlich scheint. Ein Film ohne Ton war schon in der Stummfilmzeit langweilig, heute wäre er undenkbar. Doch ebenso schlimm wie kein Ton ist ein unpassender Ton, asynchrone oder gar falsche Geräusche, völlig unpassende Musik (z.B. ein fröhlicher Schottisch der Ländlerkapelle "Frühauf" während einer tragischen Friedhofszene).

Spätestens seit der Einführung der FireWire-Schnittstelle von Apple wurde die Video-Nachbearbeitung im Computer (Mac und PC) für alle möglich und auch erschwinglich. In einer Unmenge von Haushalten verstauben Schuhschachteln voller Familienfilme (natürlich in mehreren verschiedenen, inkompatiblen Formaten, von Super8 über VHS, Video8 und Hi8 bis zu Mini-DV, um nur einige zu nennen. Wie man all die gesammelten Bilder in einen Computer kriegt, ist ein weiteres Thema, das wir näher betrachten könnten, doch nehmen wir mal an, dass viele von Ihnen diesen Schritt schon gemacht haben.

Für die vielen Anwender, die schon seit Jahren ihre Musik im Computer kreieren, stellt sich nun die Frage: Wie kombiniere ich meine Musik und meine Bilder zu einem "Multimedia-Erlebnis"?

Zwei Varianten

Wir unterscheiden zwei grundsätzlich verschiedene Arten, wie man Bild und Ton kombinieren kann:

1. Musik zum Bild

Dies ist die eigentlich Form, die sich in den letzten Jahrzehnten durch den Film etablierte: Der Musiker/Komponist erhält den fertig geschnittenen und editierten Film/Video mit dem Auftrag, dazu passende Musik zu spielen oder zu komponieren.

In der Stummfilmzeit war der Pianist resp. das Orchester das eigentliche Live-Erlebnis, das die Musik in jeder Vorführung live gespielt wurde, während der Film die Konserve war. Die Synchronisation hing dabei stark von der momentanen Verfassung des oder der Musiker ab.

Normalerweise werden auch heute Kompositionen zum fertigen Film erstellt und eingespielt, wobei man, dank der digitalen Aufzeichnung, nun Längenprobleme im Computer ohne grösseren Aufwand lösen kann. Auf separaten Spuren finden wir den Original-Ton (wird in den meisten Fällen am Schluss ausgeschaltet), die Nachsynchronisation und die Geräusche.

2. Bild zur Musik

Schon in der frühen Jahren des Tonfilms kamen Filmemacher auf die Idee, Musik-Filme zu machen. Das Problem war, dass die Tonaufnahme (im Gegensatz zum Bild) nicht einfach unterbrochen und wieder weitergeführt werden kann. Wollte man also eine Tanz-Szene aufzeichnen, benötigte man zuerst die fertige Musik, die dann die Grundlage für die diversen Tanzsequenzen bildete. Und es war danach die Kunst des Schnitts, die Bilder zur Musik passend und rhythmisch synchron anzulegen.

Noch schwieriger waren Filme mit Gesang und spielenden Musikern. Nichts wirkt für einen Musiker so störend, wie ein Schauspieler, der das Instrument, das er brillant zu beherrschen vorgeben sollte, völlig falsch und somit lächerlich bedient.

Jedoch erst mit MTV und der seither stetig wachsenden Bedeutung von Musikvideos wurde die "Bild-zur-Musik-Technik" so richtig ausgefeilt.

Synchron!

Was sogar für den professionellen Film früher problematisch war, ist heute für jeden Ottonormalverbraucher ein Klax: Bild und Ton perfekt zu synchronisieren. Geräusche können bildgenau plaziert, Musik exakt der Szenenlänge angepasst werden. Aber WIE ist hier die Frage.

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